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Lean Startup Ansatz am Beispiel von feelfood

durch Anne Gerl am February 18, 2021

Hello,


build, measure, learn, build, measure, learn.. -
Den meisten angehenden Gründer:innen ist der Lean Startup Ansatz nach Eric Ries bereits ein Begriff.
Das Grundprinzip des Lean Startup besteht darin, einen Prototypen zu bauen, ihn mit den Kunden zu testen und die Produktentwicklung durch das Kundenfeedback zu verbessern. 

Diese Methode wird genutzt, um das Produkt so nah wie möglich an den Kundenwünschen auszurichten.

 Der Lean Startup Ansatz: Build, measure, learn

 

 

Mit feelfood sind wir ziemlich genau dieser Lean Startup Methode gefolgt. Bei uns ging es nicht darum, ein bereits bestehendes Produkt etwas cooler einzupacken und zu vermarkten, sondern ein wirklich komplett neues Produkt zu entwickeln.
Und das benötigt viele Ideen, viel Kundenfeedback und vor allem viel Zeit und Ausdauer.

Knapp ein halbes Jahr hat die erste Produktentwicklung gedauert und inzwischen können wir ein innovatives Produkt anbieten. Wie wir nach der Lean Startup Methode vorgegangen sind, will ich euch hier genauer darlegen. 


Der erste Prototyp (Mai 2020)


Build: Der erste Prototyp unseres Produkts entstand erstmal nur nach unseren Vorstellungen, Fabians sensorischem Verständnis und passend zu der Positionierung, die wir herausgearbeitet hatten (hierzu demnächst im weiteren Magazinbeitrag mehr). 

Die Idee war klar, wir wollten eine Convenience Mahlzeit entwickeln, die trotzdem super gute Nährwerte hat und dazu auch noch lecker schmeckt. Der erste Prototyp entstand dann ungefähr im Mai 2020. 

 

Lean Startup Methode - Prototyp aus der Produktentwicklung 


Mit der Lean Startup Methode konnten wir darauf aufbauen und unser Produkt testen.


Feedback von Friends, Family und sensorischen Profis (Juni 2020)


Measure: Nach der ersten Produktentwicklung ging es zu unseren engsten Freunden und der Familie, um das erste Feedback zu sammeln. Darüber hinaus konnte Fabian in seinem Netzwerk an Köchen und sensorisch geschulten Personen ein Testessen mit Feedbackbögen veranstalten.

Learn + Build: Nachdem das ganze Feedback eingearbeitet wurde, machten wir den nächsten Schritt der Lean Startup Methode und gingen erstmals auf Personen zu, die wir persönlich nicht sehr gut kannten.
Ich glaube hier ist ein ganz entscheidender Punkt: Freunde und Familie sind per se begeistert von dem was ihr macht. Auch wenn ihr kritische Personen in eurem Umkreis habt, sind sie immer voreingenommen. Deshalb ist es so unglaublich wichtig, sich Feedback von potentiellen Kunden einzuholen, die nicht von euch als Gründer:in voreingenommen sind. 


Qualitative Interviews (Juli 2020)


Measure: Wir stellten uns mit den ersten 100 von Hand abgefüllten Bechern in verschiedene Co-Working Spaces. Hier wollten wir unsere potentielle Zielgruppe antreffen. 

Wir bereiteten Feedbackbögen vor und befragten jeden, der uns über den Weg lief. Die Testpersonen probierten einen feelfood-Becher zum Mittagessen und wurden von uns unter anderem nach Sättigung, Geschmack, Becherdesign und Nährwerten befragt.

 

Learn: Ein sehr spannender Punkt, der für uns herauskam, war dass Fabian und ich bezüglich des Inhalts etwas zu sehr von unserem persönlichen Kenntnisstand über Lebensmittel ausgegangen waren. Und zwar hatten wir ein Soja TVP (Textured vegetable Protein) in recht großen Stücken verarbeitet. Unserer Zielgruppe (auch viele “Nicht-Veganer”) kannte Soja TVP überhaupt nicht und nahm den Sojageschmack als ungewohnt war. 


Build: Dementsprechend reduzierten wir die Stücke nach dem Test und entwickelten neue Prototypen. So konnten wir das Feedback im weiteren Verlauf der Produktentwicklung einbauen.


Feedback von Friends, Family und einer Produktentwicklerin (August 2020)


Measure + Learn: Dann ging es wieder in den engen Friends & Family Kreis und im Anschluss wieder zu einer professionellen Produktentwicklerin, die mit uns neben dem Geschmack und der Textur an den Nährwerten geschraubt hat.

Dieser Punkt der Lean Startup Methode ist unglaublich kniffelig. Von den Kunden bekommt man in der Regel Feedback, wie sie es geschmacklich gerne hätten und dazu, welche Nährwerte sie sich wünschen. Die Kundenmeinungen sind jedoch auch mit Vorsicht zu genießen, da man nicht immer alle Wünsche nach einem leckeren Geschmack mit guten Nährwerten in der Produktentwicklung umsetzen kann.

Build: Zum Glück haben wir das in feelfood ziemlich gut hinbekommen und waren dann so zufrieden mit unserem Produkt, dass wir den ersten richtigen Test am Markt starten wollten. 



Produktion von Hand (Sep. 2020)

Test-Produktion: Wir produzierten 3.000 Becher in Handabfüllung. Unsere Becher haben wir noch einzeln bestickert, da wir um vollflächig bedruckte Becher zu bekommen, ungefähr 15.000 Stück pro Sorte hätten produzieren müssen.
Die Becher haben wir dann zu normalen Preisen bei uns im Online Shop verkauft. 

 

Handarbeit in der Produktentwicklung bei feelfood 


Und weiter in der Produktentwicklung ging es wieder mit...


Feedback Umfragen (Sep - Nov 2020)


Measure: Wir haben erneut Feedback gesammelt! 

Alle unsere Kund:innen erhielten mit der Bestellung eine Dankeskarte nach Hause geliefert, in der sie dazu aufgefordert wurden, an unserer Feedback-Umfrage teilzunehmen. 




Große Produktion (Januar 2021)


Learn + Build + große Produktion: Das Feedback haben wir wieder ausgewertet, die letzten Details angepasst und sind dann endlich in die erste große Produktion gegangen, die du bald in unserem Onlineshop erwerben kannst! 



Feedback Umfragen: Damit ist das Lean Startup allerdings nicht vorbei!


Unseren Lean Startup Ansatz nach Eric Ries wollen wir so lange wie möglich beibehalten und jeden Kunden, der jemals feelfood probiert, dazu ermutigen seine oder ihre Meinung kundzutun. Somit haben wir die Chance uns langfristig weiter an den Kundenwünschen zu orientieren, ihnen das bestmögliche Produkt zu bieten und unsere Produktentwicklung immer weiter zu verbessern.

Denn eins ist klar: Als Gründer:in entwickelst du Produkte immer für deine Kund:innen und nicht (nur) für dich selbst! 


Habt ihr als Gründer:in eure Ideen einfach “frei” in der Produktentwicklung umgesetzt, oder auch an den Kundenmeinungen orientiert? Seid ihr dabei auch nach der Lean Startup Methode vorgegangen?
Schreibt es doch gerne in die Kommentare! 


Remember to Feel Good -


Deine Franzi

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